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Vermessung des Königreichs Württemberg begann vor genau 200 Jahren

In einem schönen Artikel der VKZ wird der Beginn der neuzeitlichen Vermessung von Württemberg dargestellt. Am 25. Mai 1818 ordnete König Wilhelm I. von Württemberg im damaligen Königreich die Landesvermessung an. Am 18.9.1820, vor genau 200 Jahren, begann Professor Bohnenberger mit der Vermessung der Basislinie „Solitude-Allee“.

In einer Zeit politischer und sozialer Herausforderungen prägte er durch zahlreiche Reformen und Maßnahmen eine relativ moderne Monarchie. Hauptargument für die genaue und einheitliche Vermessung des gesamten Landes war insbesondere die Schaffung einer Grundlage für die einheitliche Besteuerung des Grund und Bodens.

Für ein landesweit flächendeckendes Kartenwerk bedurfte es einer

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einheitlichen geodätischen Grundlage. Dies verlangte die Schaffung eines bestmöglich an die Landesfläche angepassten Bezugs- und Abbildungssystems. Mit der wissenschaftlichen Leitung war der Tübinger Professor Johann von Bohnenberger betraut. Für ein landesweit flächendeckendes Kartenwerk bedurfte es einer einheitlichen geodätischen Grundlage. Dies verlangte die Schaffung eines bestmöglich an die Landesfläche angepassten Bezugs- und Abbildungssystems. Mit der wissenschaftlichen Leitung war der Tübinger Professor Johann von Bohnenberger betraut.

Unverzichtbar für die spätere Aufnahme der Flurstücke waren fest vermarkte Vermessungspunkte mit Koordinaten im einheitlichen System. Das probateste Mittel zur Schaffung eines landesweiten Netzes mit fast 33.000 Vermessungspunkten war die Triangulation. Hierbei wurden Dreiecke gebildet und in den Eckpunkten die Richtungen zu den benachbarten Vermessungspunkten mit Theodoliten (Abb. 4) präzise ermittelt. Die Seitenlängen der Dreiecke konnten durch Übertragung einer bereits bekannten Grundseite eines zuvor bestimmten Dreiecks berechnet werden. Allerdings benötigte man zunächst eine Ausgangsbasis, um erstmals einen Längenmaßstab zu erhalten.

Hierzu wurde die rund 13 km lange Basislinie der Landesvermessung, die vom Schloss Solitude nach Ludwigsburg verlief, präzise mit Messstangen vermessen.

https://www.lgl-bw.de/Ueber-Uns/Geschichte/200-Jahre-Landesvermessung/Hintergrundinformationen/Landesvermessung-1818-1840/

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Sicherung Eisenbahnbrücke von 1904

Auch wenn Corona die öffentliche Arbeit des Vereins lahmgelegt hat, gab es erfolgreiche Aktionen: Ein kleiner Teil der original erhaltenen warmgenieteten Eisenbahnbrücke von 1904 bei der Stadthalle wurde als historischer Rest gesichert. Dank an die gute Zusammenarbeit mit der Schrottfirma Kaatsch/Plochingen  

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Diskussion über die denkmalgeschützte Stallscheune in der Friedrichstraße

Dem grundsätzlichen Anliegen, die Freiflächen des ehemaligen Gutshofs Engel zu bebauen, kann man in keiner Weise ablehnend gegenüber stehen. Im Gegenteil: Vaihingen benötigt dringend einen weiteren Lebensmittelmarkt im nahen Umfeld des Stadtkerns und ebenso dringend benötigt Vaihingen weiteren Wohnraum. Freiflächen innerhalb des Stadtgebiets sollten vorrangig zu bebauen. Diese Ziele können jedoch unter Erhalt der Stallscheune (ca. 1900), Friedrichstraße 18, erreicht werden, denn das Gebäude kann dazu mit seinen großen Flächen einen erheblichen Beitrag leisten.

Die Stallscheune dokumentiert den Höchststand des landwirtschaftlichen Bauens in Vaihingen/Enz in der geschichtlichen Epoche des späten Königreichs Württemberg. Die idealtypische Struktur des Gutshofs mit repräsentativem Hauptgebäude,
ausgedehnter Stallscheune und diversen dokumentierten Nebengebäuden kann Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sein. Die Eigentümerfamilie Engel nahm zeitweilig eine hervorgehobene Rolle in der Vaihinger Bürgerschaft einnahm.
Ebenfalls Gegenstand

Das solide gebauten Gebäudes ist gut renovierbar und durch das weite Innere gut zu nutzen. Das Dach übertrifft den für eine Scheune üblichen Standard erheblich: Die Walmspitzen sind repräsentativ in Blech gearbeitet (zum Teil leider abgängig). Genauso hochwertig im Stil der Zeit die eigentliche Bedachung: Doppelmuldenfalzziegel mit
profilierten Gratziegeln und Walmkappen.
Mit Blick auf die Gesamtanlage Gutshaus und Stallscheune kann festgestellt werden, dass eine für Vaihinger Verhältnisse einmalige und damit nicht alltägliche Anlage geschaffen wurde: Eine vergleichbare Anlage existiert in Vaihingen/Stadt nicht mehr. Der Gesamtanlage ist exemplarischer Charakter für den Historismus, konkret für den Neobarock zuzumessen.

Es wäre schön, wenn Behörden, Bauherren und Architekten genügend Kreativität und Mut entwickeln könnten, diese Anlage als „Schmuckstück“ in einem Gesamkonzept zu erhalten.

Der Eigentümer des Kulturdenkmals „Engelsche Stallscheune“ in der Friedrichstraße 18 in Vaihingen hat öffentlich erklärt, dass er das Gebäude abreißen möchte. Kulturhistorisch Interessierte und kommunalpolitisch engagierte Menschen setzen sich für die Erhaltung, Renovierung und Nutzung des Gebäudes ein, wie es auch in anderen Kommunen erfolgreich gelang.

Dazu die Stellungnahme von 11 Gruppierungen und Vereinen      Download PDF Stellungnahme-Engelsche-Stallscheune-03.09.19(3)

Video über die Stallscheune Friedrichstraße -> link

Artikel der „Welt“ zum Thema Scheunenausbau -> Link

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Besuch des Nussdorfer Museums im Rathaus

Zum ersten Stammtisch des Jahres traf sich die „Vaihinger Gesellschaft“ zum Weißwurstessen im schönen ehemaligen Pumpenhaus in Riet (geb. 1905), das durch den örtlichen Heimatverein DER Riet liebevoll renoviert worden war. Danach führte Erwin Gayer durch das Heimatmuseum im ehmaligen Rathaus von Nussdorf

Nussdorf war schon durch römische Gutshöfe im 2. Jahrh. AD besiedelt. Nach wechselvoller Geschichte mit verschiedenen Besitzverhältnissen (Kloster Hirsau, Graf von Vaihingen, Trucksessen von Höfingen, Freiherrn von Reischach, Haus Württemberg) bildete sich 1975 die Gesamtgemeinde Eberdingen-Hochdorf-Nussdorf. Das einschneidendste Ereignis war jedoch die unerwartete, fast völlige Zerstörung von Nussdorf in den letzten Kriegstagen 1945.

Die französische Armee suchte einen schnellen Weg vom Rhein nach Stuttgart. In den Bergrücken um Nussdorf nisteten sich schlecht bewaffnete deutsche Truppenreste ein, ab dem 7.4. 1945 schossen die Franzosen immer wieder Granaten ins völlig überraschte Dorf, schon die 2. Granate tötete 12 Menschen. Jagdbomber schossen auf Menschen und Vieh. Ein Teil der Bewohner wurde evakuiert. Am 20.4. rückten die franz. Truppen endlich ins zerstörte Dorf. In den nächsten Wochen kamen die Bewohner zurück, es wurden Holzschuppen gebaut und langsam wieder Ordnung geschaffen. In den folgenden Jahren wurde Nussdorf nach den Plänen von Prof. Schuhmacher großzügig und moderner wieder aufgebaut. Beliebtester Job damals für die Kinder und Jugendlichen: „Ziegelpeter“ (Dachdecken ohne jede Absicherung, es ist nie was passiert!).