Die Vaihinger Gesellschaft

Besuch des Nussdorfer Museums im Rathaus

Zum ersten Stammtisch des Jahres traf sich die „Vaihinger Gesellschaft“ zum Weißwurstessen im schönen ehemaligen Pumpenhaus in Riet (geb. 1905), das durch den örtlichen Heimatverein DER Riet liebevoll renoviert worden war. Danach führte Erwin Gayer durch das Heimatmuseum im ehmaligen Rathaus von Nussdorf

Nussdorf war schon durch römische Gutshöfe im 2. Jahrh. AD besiedelt. Nach wechselvoller Geschichte mit verschiedenen Besitzverhältnissen (Kloster Hirsau, Graf von Vaihingen, Trucksessen von Höfingen, Freiherrn von Reischach, Haus Württemberg) bildete sich 1975 die Gesamtgemeinde Eberdingen-Hochdorf-Nussdorf. Das einschneidendste Ereignis war jedoch die unerwartete, fast völlige Zerstörung von Nussdorf in den letzten Kriegstagen 1945.

Die französische Armee suchte einen schnellen Weg vom Rhein nach Stuttgart. In den Bergrücken um Nussdorf nisteten sich schlecht bewaffnete deutsche Truppenreste ein, ab dem 7.4. 1945 schossen die Franzosen immer wieder Granaten ins völlig überraschte Dorf, schon die 2. Granate tötete 12 Menschen. Jagdbomber schossen auf Menschen und Vieh. Ein Teil der Bewohner wurde evakuiert. Am 20.4. rückten die franz. Truppen endlich ins zerstörte Dorf. In den nächsten Wochen kamen die Bewohner zurück, es wurden Holzschuppen gebaut und langsam wieder Ordnung geschaffen. In den folgenden Jahren wurde Nussdorf nach den Plänen von Prof. Schuhmacher großzügig und moderner wieder aufgebaut. Beliebtester Job damals für die Kinder und Jugendlichen: „Ziegelpeter“ (Dachdecken ohne jede Absicherung, es ist nie was passiert!)

 

————    Guten Rutsch ins Neue Jahr    ————

Viele Sprüche haben einen historischen Hintergrund, der inzwischen verlorengegangen ist:

‚Einen Zahn zulegen‘ – kommt aus den Küchen des Mittelalters, als Pfannen und Töpfe noch auf einer Art Zackengestell über dem Herdfeuer hingen, ein Zacken nach unten, und das Essen war schneller fertig

‚Über Stock und Stein‘ – Kommt daher, das Landesgrenzen früher ‚besteint‘ waren (Grenzsteine), Gemeindegrenzen dagegen waren ‚bestockt‘ (Holzpfosten).

‚Hals- und Beinbruch‘ – aus dem Jiddischen: ‚hazloche un broche‘ heißt dort: ‚Glück und Segen‘.

‚auf dem Holzweg‘ Ein Holzweg war derjenige Weg, auf dem ein gefällter Baum aus dem Wald geholt wurde. Er führt demnach nicht ans Ziel, sondern endet im Nirgendwo.

‚Sein Schäflein  ins Trockene bringen‘ hieß ursprünglich: ’sein SCHERFLEIN‘ ins Trockene bringen‘ – Scherflein waren kleine Holzbündel, die natürlich nicht nass werden durften, da in diesem Falle unbrauchbar zum Verfeuern.

Etwas ‚aus den Stegreif‘ tun: – Ist von einer alten Bezeichnung für Steigbügel abgeleitet; man tut etwas, ohne sich vorher die Mühe zu machen abzusteigen.

‚Unter die Haube kommen‘ – im Mittelalter trugen lange Zeit unverheirate Frauen ihre Haare offen. Das änderte sich aber nach der Hochzeit: Verheirate Frauen wurden quasi gezwungen eine Kopfbedeckung zu tragen.

Im historischen Sinne wünscht die Vaihinger Gesellschaft allen Mitgliedern und Freunden

‚EINEN  GUTEN RUTSCH INS NEUE JAHR‘

Reinhard Wahl       Peter Schaller      Reinhard Bolter  

(‚Rutsch‘ kommt vom rotwelschen Wort für ‚Anfang‘, wird ab 1800 auch als „Reise“ verstanden)

-> https://www.g-geschichte.de/forum/allgemein/165-bekannte-redewendungen.html

————————————————————————

 Fröhliche Weihnachten …

Es gibt viele gute Internet-Seiten zur Geschichte/Tradition des Weihnachtsfestes, das ursprünglich ein weitverbreitetes „Neujahrsfest“ war, z.B. -> „die-geschichte-von-weihnachten-frueher …“

In den Niederlanden z.B. werden die Kinder schon am Nikolaustag beschenkt. Dort wird gerade heftig über die traditionellen „Mohren“ als Nikolaus-Begleiter diskutiert – ist das schon/noch Rassismus aus alten Kolonialzeiten? Darf/soll/muss man Traditionen reformieren, und das evtl. sogar immer wieder ? Auch Vaihingen hat ja mit seinen Diskussionen über den Ablauf des Maientages sein Traditions-Thema … trotzdem bleibt Weihnachten zumindest der wichtigste Fixpunkt im Familienleben in einer globalen Welt. Die Ökobilanz der Weihnachtsgeschenke diskutieren wir dann aber erst nach dem Silvesterfeier-Kater … (R. Bolter)

************************************************************

Weihnachtsausstellung (im ehem. KERN-Gebäude)

Zur kalten Jahrezeit und zu Weihnachten gabs früher wie heute – kochen und backen …

Die nächste Schaufensterausstellung hat das Thema „Winter und Heizen damals“

*****************************************

VKZ-Bericht am 13.12.2019 zum Stand der Verhandlungen über den Sendemast

VKZ-Bericht am 13.12.2019 zum Stand der Verhandlungen über den Sendemast

Diskussionen über den Mühlacker Radio-Sendemast

Seit 1927 gibt es in Deutschland regelmäßigen Rundfunkbetrieb – zuerst in Berlin. „Die Einweihung des ersten deutschen Großsenders mit einer Sendeleistung von 60 kW fand am 21. November 1930 statt. Bis zum 20. Dezember 1930 lief der von Telefunken gebaute siebenstufige Sender im Probebetrieb und nahm am 20. Dezember 1930 auf 833 kHz seinen Betrieb auf. Diese Sendeleistung erforderte eine Röhrenleistung von 360 kW, die von 18 wassergekühlten 20-kW-Röhren (Type RS255) aufgebracht wurden … Der wichtigste Antennenträger der Anlage ist seit 1950 ein 273 Meter hoher gegen Erde isolierter Stahlrohrmast 1,67 Meter Durchmesser, der 1950 errichtet wurde. Er diente als selbststrahlender Sendemast für Mittelwelle (Frequenz: 576 kHz, Leistung: 100 Kilowatt) … Seit 2012 ist die Anlage abgeschaltet“ (Wikipedia).

Was nun? Eigentlich wäre der Bund oder das Land (SWR) verantwortlich, scheuen aber die Kosten einer Erhaltung. Deswegen lehnt es die Stadt Mühlacker ab, für dieses einmalige technsche Denkmal verantwortlich zu sein.

Eigentlich ist es eine Schande für unsere technische „Industrienation“, viele Millionen für die Erhaltung der Schlösser und Burgen von z.T. schlimmen Adeligen aufzukommen, für 1  Mrd. die Staatsoper renovieren zu wollen, aber für die Erhaltung eines solchen einmaligen technischen Denkmals kein Interesse zu zeigen! Nur einige Vereine und Bürger*innen setzen sich dafür ein … die VKZ berichtet dankenswerterweise regelmäßig über diesen Skandal (R.Bolter)

*************************************************

Herbst-Schaufensterausstellung

******************************************************

Jahreshauptversammlung 2019 mit interessantem Vortrag über die Wasserversorgung von Nußdorf  (E.Gayer)  (-> Aktuelles)

*******************************************************

steigende Bierpreise 1923  Auch die Bierpreise erreichten 1923 astronomische Höhen …                                    Fundstück aus Fam. Zluhans Sammlung.
*******************************************************************

 Diskussion über die denkmalgeschützte Stallscheune in der Friedrichstraße

Dem grundsätzlichen Anliegen, die Freiflächen des ehemaligen Gutshofs Engel zu bebauen, kann man in keiner Weise ablehnend gegenüber stehen. Im Gegenteil: Vaihingen benötigt dringend einen weiteren Lebensmittelmarkt im nahen Umfeld des Stadtkerns und ebenso dringend benötigt Vaihingen weiteren Wohnraum. Freiflächen innerhalb des Stadtgebiets sollten vorrangig zu bebauen. Diese Ziele können jedoch unter Erhalt der Stallscheune (ca. 1900), Friedrichstraße 18, erreicht werden, denn das Gebäude kann dazu mit seinen großen Flächen einen erheblichen Beitrag leisten. (-> Aktuelles)

**************************************************

 Besichtigung des Heimatmuseums der Jauerniger (-> Aktuelles)

***************************************************

Geht Denkmalschutz mit Solarenergie zusammen?   (-> Aktuelles)

***************************************************

„Offene Türen gegen die Abrisswut“ historisch wertvoller Gebäude (-> Aktuelles)

 **********************************************************

Überraschende Entdeckung beim Abriss des Bahnhofhotels   (-> Aktuelles)

**********************************************************

Der Geschichtsverein „Die Vaihinger Gesellschaft“

Goldmünze aus dem Haspelturm

Goldmünze von 1693

besteht seit November 2015, hat nun 50 Mitglieder. Er ist inzwischen ein gemeinnütziger eingetragener Verein. Gemeinsam haben wir einiges erreicht: Besondere Besichtigungen, fast jeden Monat einen Stammtisch, Aktivitäten am Maientag 2016, 2017, 2018, 2019, einige schöne Schaufenster-Ausstellungen und nun die interessante „Wilderer“-Ausstellung im alten Bahnhof Vaihingen/Enz. Der Verein unterstützt die Stadt bei der Betreuung des bisherigen „Städtischen Museums“ und anderer historischer Objekte. Er unterstützt die Stadt bei ihren Bemühungen um ein angemessenes Stadtmuseum als wichtiges Zukunftsprojekt.

Bei der „Kehrwoche“ zur Vorbereitung der Besichtigung des Haspelturms zum Maientag 2017 entdeckte Alexander Danz eine wertvolle Goldmünze von 1693.

*********************************************************

 Sie sind historisch interessiert? Dann werden Sie Mitglied in der „Vaihinger Gesellschaft“!

-> Beitrittsformular