Die Vaihinger Gesellschaft für Stadtgeschichte, Museumsarbeit und Kultur e.V.

Website des Vaihinger Geschichtsvereins

Die Vaihinger Gesellschaft

Diskussion über die denkmalgeschützte Stallscheune in der Friedrichstraße

Dem grundsätzlichen Anliegen, die Freiflächen des ehemaligen Gutshofs Engel zu bebauen, kann man in keiner Weise ablehnend gegenüber stehen. Im Gegenteil: Vaihingen benötigt dringend einen weiteren Lebensmittelmarkt im nahen Umfeld des Stadtkerns und ebenso dringend benötigt Vaihingen weiteren Wohnraum. Freiflächen innerhalb des Stadtgebiets sollten vorrangig zu bebauen. Diese Ziele können jedoch unter Erhalt der Stallscheune (ca. 1900), Friedrichstraße 18, erreicht werden, denn das Gebäude kann dazu mit seinen großen Flächen einen erheblichen Beitrag leisten.

Die Stallscheune dokumentiert den Höchststand des landwirtschaftlichen Bauens in Vaihingen/Enz in der geschichtlichen Epoche des späten Königreichs Württemberg. Die idealtypische Struktur des Gutshofs mit repräsentativem Hauptgebäude,
ausgedehnter Stallscheune und diversen dokumentierten Nebengebäuden kann Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sein. Die Eigentümerfamilie Engel nahm zeitweilig eine hervorgehobene Rolle in der Vaihinger Bürgerschaft einnahm.
Ebenfalls Gegenstand

Das solide gebauten Gebäudes ist gut renovierbar und durch das weite Innere gut zu nutzen. Das Dach übertrifft den für eine Scheune üblichen Standard erheblich: Die Walmspitzen sind repräsentativ in Blech gearbeitet (zum Teil leider abgängig). Genauso hochwertig im Stil der Zeit die eigentliche Bedachung: Doppelmuldenfalzziegel mit
profilierten Gratziegeln und Walmkappen.
Mit Blick auf die Gesamtanlage Gutshaus und Stallscheune kann festgestellt werden, dass eine für Vaihinger Verhältnisse einmalige und damit nicht alltägliche Anlage geschaffen wurde: Eine vergleichbare Anlage existiert in Vaihingen/Stadt nicht mehr. Der Gesamtanlage ist exemplarischer Charakter für den Historismus, konkret für den Neobarock zuzumessen.

Es wäre schön, wenn Behörden, Bauherren und Architekten genügend Kreativität und Mut entwickeln könnten, diese Anlage als „Schmuckstück“ in einem Gesamkonzept zu erhalten.

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 Geht Denkmalschutz mit Solarenergie zusammen?

Beim letzten Stammtisch des Geschichtsvereins wurde über die Probleme und Widersprüche diskutiert, die zwischen dem Denkmalschutz, der Nutzung und Renovierung des Denkmals und der für die Zukunft wichtigen Solarenergie bestehen. Bei zu strengem Denkmalschutz ist eine Nutzung/Renovierung gefährdet, das Denkmal zerfällt. Andererseits ist bei Renovierungen oft die Nutzung von alternativer Energie sogar vorgeschrieben. Daher sind Kreativität (der Besitzer und der Architekten) und Kompromissbereitschaft der Behörden notwendig. Auch Kirchen tragen schon Solaranlagen … (Link zur -> Broschüre zu Denkmalschutz und Solarenergie)   (Link zu -> „Solaranlagen und Denkmalschutz„)

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„Offene Türen gegen die Abrisswut“ historisch wertvoller Gebäude

Am Tag des offenen Denkmals forderte der Präsident des Landesamtes für Denkmalkunde, Claus Wolf, ein anderes Bewusstsein gegenüber der Abrisswut von historisch wertvollen Gebäuden.“Nicht nur mittelalterliches Fachwerk und Spitzgiebel sind schützenswert“, betonte er und verwies auf wichtige Bauwerke der „Nachkriegsmoderne“, z.B. das Ulmer Stadthaus von 1993 … auch in Vaihingen war und ist diese Problematik aktuell! (-> VKZ-Artikel vom 4.9.2019 )

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Besichtigung der Raussmühle in Eppingen, Führung durch Frank G. Dähling

„Die Raußmühle wurde 1334 erstmals urkundlich erwähnt. Der Name geht auf den Müller Heinrich Ruthards zurück, nach dem die Mühle 1364 Rußmühl genannt wurde, woraus durch Lautverschiebung um 1500 dann Raußmühle wurde. Die dort sitzende Müllerfamilie, wegen der nicht einheitlichen Schreibung Rußmüller, Raußmüller und Rauschmüller genannt, kam um 1600 in den Besitz des Anwesens. Die Familie erlangte in Eppingen größere Bedeutung und stellte neben drei Eppinger Bürgermeistern auch Kirchenvorsteher, Forstmeister, Posthalter und Wirte. Im Dreißigjährigen Krieg war das Anwesen, das weit außerhalb der Stadtmauern Eppingens lag, wohl häufiges Ziel von Überfällen marodierender Soldaten, wurde mehrfach nach Zerstörung wiederaufgebaut und wechselte häufig den Besitzer.  Der letzte Pächter ab 1952 war Hermann Jandl, der zwar noch die Mühlenstühle instand setzte, aber den Mühlenbetrieb schon 1958 auf Veranlassung der Besitzer wieder einstellte. In der Folgezeit verfiel das Anwesen. Das Scheunendach stürzte ein, der Innenhof der Anlage wurde als Schrottplatz genutzt.

1976 kam die Mühle in den Besitz des Kunstmalers und Antiquitätenhändlers Frank G. Dähling, der das Anwesen mit Unterstützung der Heimatfreunde Eppingen und der UN-European heritages (work) campuses nach und nach renoviert hat.1996 wurde das Anwesen als Europäisches Kulturerbe ausgezeichnet“. (Wikipedia) Neben der Erhaltung der Mühle stellte er ein große Sammlung historischer Objekte zusammen.

 

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Maientagsausstellung 2019 „Alte Vaihinger Poststücke“ von Dieter Haupt im alten Stadtbahnhof

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Vorläufig letzte Besichtigung der „Bernhardskapelle“ („Kaltes Loch“) am 21./22.3.19

Das ehemalige Zisterzienserkloster Herrenalb hatte umfangreiche Zehntrechte in Vaihingen, die es mit Hilfe des benachbarten Pfleghofes eintrieb. Das Gebäude (Mühlstr. 34/4) war ein dazugehöriges klösterliches Lager-/Verwaltungsgebäude, direkt an der ehemaligen (inneren) Stadtmauer angebaut. Gesichert sind Bauarbeiten von 1473, dazu die Jahreszahl 1570 an der Hauptfassade. Im ersten Stock sind noch Reste von Wandmalereien der Kapelle aus dem 15./16. Jahrh. erkennbar.

Nach der württ. Reformation (1534) und dem dreißigjähigen Krieg (1618 – 1648) endete die klösterliche Nutzung, das Gebäude diente danach als Lagerhaus (auch für den Vaihinger Stadt-Wein) und als Arbeitshaus, auch  für Zwangsarbeiter im 2. Weltkrieg.

Das Gebäude gehört heute dem Land und wurde 2016 durch Ehrenamtliche (KZ-Gedenkstätte Vaihingen) gründlich gesichtet und geräumt. Besondere Funde waren „Feierabendziegel“ (besonders gekennzeichnet), ein mittelalt. Türschüssel aus Holz und zahlreiche Reste aus der Phase der Zwangsarbeit.

Da das Gebäude sehr baufällig ist (große Risse in den Wänden, verfaulte Dachbalken), wird es nun vom Land baulich gesichert und wird daher in nächster Zeit nicht mehr zugänglich sein.

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Führung durch das Strafvollzugsmuseum in Ludwigsburg mit Dr. Viehöfer am 14.4.19

Zuchthaus, Museum – und dann?

In dem 1748 errichteten Gebäude befand sich einst ein Zuchthaus, bis das Land die Haftanstalt Ende der 1980er Jahre auflöste, die Immobilie an ein Unternehmen verkaufte und sich im Gegenzug zusichern ließ, diese 25 Jahre lang nutzen zu dürfen. Seither gibt es das Museum, doch im Herbst 2017 läuft der Vertrag aus, und aller Voraussicht nach müssen die Exponate dann raus. Auch die Finanzierung macht Sorgen. Ursprünglich sei vereinbart gewesen, dass Förderverein, Land und Stadt je ein Drittel aller Kosten tragen, aber nach mehreren Einsparrunden sei der Anteil des Vereins stetig gewachsen, erzählt Viehöfer. „Das hat fast 30 Jahre geklappt, aber noch einmal 30 Jahre geht es so nicht weiter.“

Erste Konsequenzen wurden bereits gezogen. Seit Mai ist das Haus regulär nur noch an Sonn- Dr-Viehöfe2rund Feiertagen geöffnet, unter der Woche müssen Besichtigungstermine vereinbart werden. Da ist es fast kontraproduktiv, dass die Stadt am Bahnhof mit einem großen Plakat für den Museumsbesuch wirbt. Denn Viehöfer ist der einzige Mitarbeiter des Hauses, das in den vergangenen Jahren immer 4000 bis 7000 Besucher angelockt hat. Mehr wäre möglich, denn das Interesse sei groß, sagt er. „Aber mehr schaffe ich nicht.“ Viehöfer macht alles: Er putzt, macht die Aufsicht, die Führungen, alles, und das macht er gut …. („Stuttgarter Nachrichten“ vom 19.9.2016)

 

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Schaufenster-Ausstellung  im „Fladerer“ (Eberhard Steinhilber, Margret und Uli Simecek mit Unterstützung des Stadtarchivs)

Frühjahrsputz

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Der Wolf im Stromberg – sind wir darauf vorbereitet?

Im Rahmen der Ausstellung „Wilderer zwischen Stromberg und Kraichgau“ spricht MdL Dr. Markus Rösler am Mittwoch,6. Februar, 19.45 Uhr im Stadtarchiv zum Thema Wolf.

Der Landtagsabgeordnete und naturschutzpolitischer Sprecher der Grünen ist auch Wolfsbotschafter des NABU und sagt „Der Wolf kann gut mit Kulturlandschaften umgehen, er braucht keine Wildnis“. Baden-Württemberg sei vom Wolfserwartungsland zum Wolfsdurchreiseland und inzwischen „Wolfsland“ geworden. Der Veranstalter Die Vaihinger Gesellschaft für Stadtgeschichte e. V. erinnert daran, dass 1847 zwischen Spielberg und Cleebronn der angeblich „letzte“ Wolf Württembergs im Stromberg erschossen wurde. Nach Recherchen aus dem Jahr 2014 wurde das allerletzte Tier jedoch erst 1865 bei Siglingen im Jagsttal erlegt.
Mit der Rückkehr des Wolfs stellt Die Vaihinger Gesellschaft e. V. die Fragen, welche praktischen Konsequenzen dies für die Menschen der Umgebung hat und wie Rösler mit den Ängsten in der Bevölkerung, bei den Tierhaltern und Jägern umgeht. Der Referent hat deshalb ausdrücklich zugesagt, sich nach dem Vortrag Zeit zur Diskussion zu nehmen.

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„Die Geschichte lehrt dauernd, aber sie findet keine Schüler“

(Ingeborg Bachmann, österreichische Schriftstellerin *1923 +1976)

Die Vaihinger Gesellschaft wünscht allen Mitgliedern und Freunden ein erfolgreiches und lehrreiches Jahr 2019

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Weihnachts-Ausstellung beim „Fladerer“

Margret undMargret und Uli Simecek beim Aufbau Uli Simecek haben zusammen mit Eberhard Steinhilber liebevoll eine schöne Weihnachtsausstellung im Schaufenster des ehemaligen Feinkostgeschäfts „Fladerer“ aufgebaut. (siehe -> „Aktuelles„).

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Die Ausstellung

„Wilderer zwischen Stromberg und Kraichgau“

ist im „Alten Bahnhof“ in Vaihingen zu sehen!

Die vielbeachtete Ausstellung in Schmie wird jetzt auch in Vaihingen im alten Bahnhof gezeigt. Mit tatkräftiger Untersützung der Mitglieder wurde die alte PakethallWilderer_2e hergerichtet und zeigt Objekte, Bilder und Dokumente aus der nicht so guten alten Zeit, wo Wilderei noch „heldenhaft“ oder überlebens-notwendig war. Besondere Gestalten: „Dachsenfranz“ und das „Sonnenwirtle“ …

Die Ausstellung wurde am 9. Dezember um 14 Uhr, mit Glühwein und Jagdhörnern, im alten Bahnhof in Vaihingen/Enz eröffnet( -> Aktuelles)

Öffnungszeiten: Sonntags 14 – 17 Uhr im alten Bahnhof in Vaihingen, auch am 26.12.18 und am 6.1.19 geöffnet. Eintritt frei!

Führungen für Gruppen oder Schulklassen nach Vereinbarung.

Wildessen am 20.Januar 2019 ab 11.30 Uhr im alten Bahnhof mit Bier der -> Dachsenfranz-Biermanufaktur in Zuzenhausen!

-> Flyer zur Wilderer-Ausstellung      

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Überraschende Entdeckung beim Abriss des Bahnhofhotels   -> Aktuelles

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Der Geschichtsverein „Die Vaihinger Gesellschaft“

besteht seit November 2015, hat nun 50 Mitglieder. Er ist inzwischen ein gemeinnütziger eingetragener Verein. Gemeinsam haben wir einiges erreicht: Besondere Besichtigungen, fast jeden Monat einen Stammtisch, Aktivitäten am Maientag 2016, 2017 und 2018, einige schöne Schaufenster-Ausstellungen und nun die interessante „Wilderer“-Ausstellung im alten Bahnhof Vaihingen/Enz. Der Verein unterstützt die Stadt bei der Betreuung des bisherigen „Städtischen Museums“ und anderer historischer Objekte. In mehreren Gesprächen Goldmünze aus dem Haspelturmmit der Stadt konnte der Vorstand erreichen, dass ein angemessenes Stadtmuseum als wichtiges Zukunftsprojekt angesehen wird.

Bei der „Kehrwoche“ zur Vorbereitung der Besichtigung des Haspelturms zum Maientag 2017 entdeckte Alexander Danz eine wertvolle Goldmünze von 1693.

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Die Vaihinger Gesellschaft und ihre Mitglieder haben interessante Aktivitäten und Funde zur Vaihinger Geschichte gemacht – schauen Sie mal in die Rubrik -> „Aktuelles„.

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